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Was würdest du... ...mit einem bedingungslosen Grundeinkommen machen? Teil 5 Als mein Freund und ich vor 20 Jahren überlegten, nach Mocambique zu gehen um dort für das Solidaritätskomitee zu arbeiten, dachten wir über ein Grundeinkommen nach. Es würde vielen engagierten Menschen die Möglichkeit geben, in sinnvolle Arbeit zu investieren. Viele junge Menschen fänden die Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu machen. Das beste Mittel gegen Xenophobie. Mein Einkommen – meine Unruhestandspension – liegt derzeit unter der Höhe von 1.500 Euro, doch es ermöglicht mir eine sinnvolle, vielfältige und zufriedene Lebensgestaltung (1.500 Euro erachte ich als den Betrag, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und sie/ihn nicht zum Almosenempfängerin macht. Es erfordert aber auch einen Mindestlohn von mindesten 2.000 Euro). Arbeit bedeutet für mich vielerlei: (1) Frauen zu ihren Terminen beim AMS/PVA zu begleiten. Ich bespreche mit ihnen davor und danach, was sie wollen und unterstütze sie bei der Durchsetzung. Durch das Zurverfügungstellen meiner vorhandenen Ressourcen bei rechtlichen Problemen versuche ich, ihnen unentgeltlichen Zugang zu Beratung zu verschaffen. Meine „Klientinnen“ sind Bekannte oder werden mir von Freundinnen vermittelt. Arbeitsausmaß: 20 Stunden pro Monat. (2) Einmal im Monat trifft sich das feministische Denk- und Arbeitskollektiv „werkmobil“ zur Planung, Vorbereitung und Durchführung von Workshops, zur gegenseitigen Unterstützung, zur Vernetzung und zum Informationsaustausch, ich arbeite in diesem Zusammenhang vier bis fünf Stunden pro Monat. (3) Seit fünf Jahren sammle ich Fotos und Kurzbiographien von Frauen, die seit 1945 frauenpolitisch in allen Gesellschaftsfeldern tätig waren und sind. Ziel: Vorbilder und Unterlagen zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung sammeln. 30 Stunden pro Monat. (4) Mitarbeit in einem feministischen Redaktionskollektiv, das vierteljährlich ein themenspezifisches Heft herausbringt. Ich bin Obfrau des Trägervereines. Redaktionstätigkeit, Informationssammlung, Denkprozesse, Artikelschreiben und administrative Arbeiten benötigen fünf bis zehn Stunden pro Woche. (5) Mitarbeit bei den ÖGB-Frauen Burgenland. Der Zeitaufwand ist vom Ort und von der Jahreszeit abhängig. Im Norden sind es fünf bis sechs Stunden. Im Süden muss eine Übernachtung eingeplant werden. (6) ARGE Dicke Weiber, die inhaltliche Arbeit – und die erfolgt meist übers Internet. Ein monatlicher Jour fixe: fünf Stunden. (7) Alle Arbeiten benötigen täglich zwei bis drei Stunden, um Emails zu lesen und zu beantworten, also insgesamt monatlich 40 Stunden, wenn ich mir manchmal eine Auszeit gönne oder ein, zwei Tage Verweigerung. Dazu kommen täglich ein bis zwei Stunden schreiben: Gedichte, Geschichten, Kommentare oder Leserinnenbriefe und das Zeitung lesen beim Frühstück. Einladungen zu Diskussionen, Arbeitstagungen, Workshops kann ich zeitlich nicht beziffern, weil zu unregelmäßig. Damit bin ich schon wieder bei einer 40 Stundenwoche. Bis vor drei Jahren hab ich die noch nebenbei in meine Erwerbsarbeit investiert. Dazu kommt: Allen, die es hören wollen und ganz besonders jenen, die es nicht hören wollen, meine Argumentationen zum Bedingungslosen Grundeinkommen aufs Auge zu drücke, sehe ich als Vergnügen und somit Freizeitbeschäftigung an, daher ohne notwendige Arbeitsstunden. online seit 21.06.2010 10:42:47 (Printausgabe 50) autorIn und feedback : Elfie Resch |
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