menueleiste1
home archiv suche messageboard abo hier gibts malmoe feedback alltag verdienen regieren widersprechen funktionieren tanzen erlebnispark
Carnival of Resistance

Zehn Jahre F13 – Freitag der Dreizehnte

AM 13. JÄNNER 2012 STEHT er wieder vor der Tür: der nächste F13. Unter dem Kürzel, samt buckliger, schwarzer Katze als Logo, finden seit Februar 2002 an allen Freitagen, die auf einen Dreizehnten des Monats fallen, Aktionen im öffentlichen Raum statt. Wurde der F13 ursprünglich vor allem dazu genutzt, um für „gratis Öffis“ für sozial schwache Bevölkerungsgruppen bzw. Personen in prekären Lebensumständen zu lobbyieren, steht nunmehr die Idee im Vordergrund, den Aktionstag als neuen urbanen Volksbrauch zu institutionalisieren.

Aufmerksam gemacht werden soll generell auf die Verdrängung von Personen(gruppen) aus dem öffentlichen Raum – aufgrund von Diskriminierung oder mangels Konsumkraft und damit ökonomischer Verwertbarkeit. Dementsprechend soll der Aktiontag im Zeichen der schwarzen Katze dazu dienen, die Wiederaneignung von öffentlichem Raum nicht nur zu thematisieren, sondern dies auch durch direkte Aktionen in der Praxis umzusetzen. Dazu gehört auch, dass eindeutige Zuschreibungen als entweder vor allem „politischer“ oder aber in erster Linie „künstlerischer“ Aktionstag zurückgewiesen und durch das kollektive Agieren im sozialen Raum aufgehoben werden sollen.

UND DAS KONZEPT scheint in den letzten zehn Jahren aufgegangen zu sein. Standen hinter dem Aufruf zum ersten F13 noch vor allem die Mitarbeiter_innen, also Redakteur_innen wie auch Kolporteur_innen, der Wiener „Straßenzeitung“ Augustin, hat sich seither ein Netzwerk aus verschiedensten Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen gebildet, das den traditionellen Unglückstag umdeutet. Dabei ist das Selbstverständnis des Netzwerks relativ breit formuliert, wird doch vor allem darauf geachtet, dass die Autonomie der sich am Aktionstag Beteiligenden weitgehend gewahrt bleibt und es möglichst keine Vorschriften gibt, was etwa Aktionsformen betrifft. Von Anfang an wichtig ist jedoch, dass die „Selbstorganisation bzw. Mitwirkung der von sozialer Ausgrenzung Betroffenen ermöglicht und angestrebt werden muss“ (siehe Website).

Soweit das Programm jetzt schon feststeht, soll es am nächsten F13-Aktionstag im Jänner 2012 erneut einen bunten Karnevalsumzug geben. Es ist geplant – ausgehend vom Bahnhofsvorplatz am Praterstern – ab 13 Uhr auf fünf verschiedenen Stationen Forderungen wie „Gegen die soziale ‚Säuberung‘ der Stadt“, „Für die Transparenz der Bankenpraxis“, für „Freie Straßenkunst statt Friedhofsruhe in Stenzel Town“, für „Solidarität mit der sozialen Bewegung Griechenlands“ und für „Solidarität mit dem ungarischen Widerstand“ mit Leben zu füllen. Ab dem späten Nachmittag findet im Haus des Augustin schließlich auch ein F13-Fest statt.


ANMERKUNG

F13-Karnevalsumzug: Treffpunkt ist am Freitag, 13. Jänner 2012, 13 Uhr vor dem Haupteingang zum Pratersternbahnhof. Der Umzug wird sich durch die Innenstadt bewegen und endet am Karlsplatz.

F13-Fest: Im Anschluss an den Umzug laden das Team und die Kolporteur_innen des Augustin zu einem F13-Fest ins Augustin-Zentrum (1050 Wien, Reinprechtsdorfer Straße 31 / im Hof)

online seit 12.01.2012 11:15:10 (Printausgabe 57)
autorIn und feedback : Rainer Hackauf


Links zum Artikel:
www.f13.atF13 im Netz



Mehr Gestalt ...

... für „Keine Macht für niemand“: Anti-patriarchale Kämpfe in den Häuserbewegungen in der BRD
[31.12.2011,NN]


Öffentlichen Raum zurückfordern …

Ein Interview zu Occupy Oakland
[25.12.2011,Interview: Paula Pfoser]


(Aus-)Bildung, die

GLOSSAR für die markttaugliche Bildungsexpertin I
[11.11.2011,Redaktion]


die nächsten 3 Einträge ...
 
menueleiste2
impressum kontakt about malmoe newsletter links mediadaten